
Der Bolzanoprozess. Dokumente zur Geschichte der Prager Karlsuniversität im Vormärz.
Gr. 8° (H 23,5 x B 15 cm). 238 S. (= Prager Studien und Dokumente zur Geistes- und Gesinnungsgeschichte Ostmitteleuropas, Band IV). Orig.-Broschur. – Der böhmische Philosoph Bernardus Placidus Johann Nepomuk Bolzano (1781-1848) wurde 1805 zum Priester geweiht und an der Karl-Ferdinandeischen Universität Prag zum Professor für Religionslehre ernannt, 1815 wurde er Mitglied der Königlichen Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften und 1818 Dekan der Philosophischen Fakultät der Prager Universität sowie Direktor der naturwissenschaftlichen Abteilung der Königlichen Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Bolzano, Sohn eines Italieners und einer Prager Deutschen wollte die Nationalismen überwinden in einem übergreifenden böhmischen Patriotismus. Seine Vorlesungen waren von gesellschaftlicher Kritik und analytischem Scharfsinn geprägt. Bolzano kritisierte die österreichische Verfassung und vertrat pazifistische und sozialistische Ansichten, deshalb wurde er 1819 durch Kaiser Franz I. seines Amtes enthoben. Ihm wurde untersagt, weiterhin öffentliche Tätigkeiten anzunehmen. Die Entlassung war der Höhepunkt einer von 1816 bis 1825 dauernden Untersuchung gegen Bolzano, die auch die Gefahr einer Inhaftierung mit sich brachte. Teile seiner Schriften wurden 1828 bzw. 1839 auf den Index gesetzt.
Einband etwas bestossen. Seiten nicht aufgeschnitten.
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