Konvolut aus 9 Briefen und 2 Postkarten.
Roessler, Arthur

Konvolut aus 9 Briefen und 2 Postkarten.

Roessler, Arthur, Kunstkritiker und Kunstschriftsteller (1877-1955). 9 Briefe (davon 6 eigenh.) und 2 eigenh. Postkarten, allesamt mit Unterschrift. Eine Postkarte aus Hildesheim, die andere o. O. – Briefe: Wien. Ein Brief undatiert, die anderen 23. XII. 1934 – 3. IV.1942. 4° (28×22 cm), zus. 9 Seiten. Bis auf den undatierten Brief allesamt mit persönlichem, gedrucktem Briefkopf; alle gerichtet an den Medizinalrat Leopold Serzner in Wien. 1. (Undatierter Brief:) „nach dem der wiener Buchhandel heuer hinsichtlich des „Absatzes“ von anderen als Kitsch-Büchern total versagt bin ich, ein durch die Währungsreform verahmter Mann, leider gezwungen mir mein tägliches Brot neuerlich durch die Abfassung von Journalartikeln zu erschreiben […]“ – Weiter Klage über seinen körperlichen Zustand und Kommentar zu einem Buch, welches Roessler Serzner geschenkt und dem Brief wohl beigelegen hat. – 2. (23. XII. 1902:) Brief zu einem Aquarellbild von Johannes Hepperger, welches Roessler Serzner zu Weihnachten geschenkt hat, auf das nicht näher eingegangen wird. – 3. (28. V. 1935:) Brief mit der Bitte um Verschreibung einer Arznei:“Ad Salbe erlaube ich mir die Frage, ob es nicht auch eine weisse gibt, denn die letzthin verordnete, die wie Kinderscheisse aussieht, …)“ – 4. (21. II. 1936:) Nachfrage wegen einer Kurbewilligung für Ehefrau Ida Roessler. – 5. (1. IV. 1939:) Beschwerden über Ohrschmerzen, welche seiner Meinung nach nicht akkurat behandelt werden. – 6. (1. II. 1940:) Bitte um Unterzeichnung damals beiliegender Krankenscheine und um Verordnung von Milch und Butter für ihn und seine Frau. Unterzeichnet mit „A. Roessler, dzt. Aschenputtel und Chefkoch-Anwärter“ 7. (11. III. 1943:) „[…] ich lasse nicht deshalb nichts von mir hören und sehen, weil’s mir „so“ gut geht, sondern deshalb nicht, weil ich intensiv damit beschäftigt bin, mich zu liquidieren. Aber das interessiert Sie kaum, was ich durchaus begreiflich finde, habe ich doch selbst nur ein sehr herabgemindertes Interesse an mir, dieser schäbige Rest, veranlasst mich jedoch Sie zu bitten, neuerdings um Lebensmittelzubussen für mich anzusuchen […]“ – 8. (28. IV. 1943:) Mockierung über die Identifikation mit einer Person namens Haberditzl, erneute Bitte um Lebensmittelzuschüsse. – 9. (XII. 1943:) Frage, ob das Ehepaar Roessler beim Ehepaar Sezner Weihnachten verbringen kann, mit Zitat von Wilhelm von Humboldt: So lange man lebt, muß man das Leben erhalten, sich ihm nicht entfremden, sondern darein eingreifen, wie es die Kräfte u. die Gelegenheit erlauben.“ – (Postkarte 16. III. 1942:) Hochgeschätzer! Bin ich vergessen? – Noch immer muß ich Eiszapfen melken! Meine Innereien sind darüber ungehalten. – Hilf! Nothelfer! […]“ – (Postkarte 3. IV. 1942:) Wunsch für eine reichhaltige Osterjause. – Arthur Roessler war Kunstschriftsteller, Publizist, Galeriedirektor (Galerie Miethke) und Vizepräsident der Wiener Werkstätten und des Österreichischen Werkbundes. Er gilt als Entdecker und Förderer Egon Schieles.

Einmalige Unterstreichung in Buntstift. Auf der Versorseite eines Briefes Bleistiftnotizen. Ein anderer Brief mit spärlichen Tintennotizen. Sonst sehr guter Zustand.

Art.-Nr.: 23442

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